Arbeit braucht wieder Hoffnung! Warum New Work allein nicht mehr reicht - mit Dr. Hans Rusinek
Shownotes
Darüber sprechen wir in dieser Folge:
- Warum immer mehr Menschen innerlich Abstand von ihrer Arbeit nehmen
- Hoffnung als Fähigkeit statt als Gefühl
- Weshalb New Work allein nicht mehr ausreicht
- Warum wir Beschäftigung häufig mit Produktivität verwechseln
- Welche menschlichen Fähigkeiten durch KI wichtiger werden
- Warum Leidenschaft wichtiger wird als reine Fachkompetenz
- Wie Leistung in Teams wirklich entsteht
- Was Unternehmen von einem Hühnerstall lernen können 🐔
- Warum Arbeit und Demokratie enger zusammenhängen, als viele glauben
- Welche Verantwortung Führungskräfte heute tragen
Besonders spannende Gedanken aus der Folge:
💬 „Hoffnung entsteht nicht durch Optimismus. Hoffnung entsteht durch die Erfahrung von Wirksamkeit.“
💬 „Wenn Maschinen bessere Maschinen werden, müssen Menschen bessere Menschen werden.“
💬 „Leistung ist kein Einzelergebnis. Leistung ist ein soziales Ergebnis.“
🎙️ Gast: Dr. Hans Rusinek
Autor, Arbeitsforscher, Unternehmensberater und Vordenker für die Zukunft der Arbeit. Ende September erschien sein neues Buch „Reclaim Work – Hoffnung zum Arbeiten bringen“
Wenn dir die Folge gefallen hat, freue ich mich über eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts. Teile die Episode außerdem gerne mit Menschen, die Arbeit und Führung neu denken möchten.
Transkript anzeigen
00:00:00:
00:00:23: Moin moin aus Hamburg.
00:00:24: Von uns an alle Zuhörerinnen.
00:00:27: und liebe Hans, herzlich willkommen bei Inside People & Culture!
00:00:31: Moin Volker ich bin froh dabei zu sein.
00:00:33: heute.
00:00:34: Ja cool, danke dass du mit dabei bist und du bist ja nicht nur Autor- und Arbeitsforscher sondern für mich auch einer der spannendsten Vordenker rund um die Zukunft der Arbeit.
00:00:45: Und jetzt gerade Ende September ist dein brandneues Buch rausgekommen.
00:00:50: das nennt sich Reclaim Work Hoffnung zum Arbeiten bringen.
00:00:54: und genau darüber wollen wir heute auch sprechen denn Du vertrittst die These Das größte Problem unserer Arbeitswelt ist nicht KI, sondern der Verlust von Hoffnung und Wirksamkeit.
00:01:05: Hans, wenn du heute auf die Arbeit welt schaust was beschäftigt dich denn da gerade am meisten?
00:01:11: Also wenn ich heute auch die Arbeitswelt schaue dann sehe ich Phänomene die auf den ersten Blick nichts und auf dem zweiten Blick sehr viel miteinander zu tun haben.
00:01:19: Ich seh Menschen die quite quitting betreiben Die Arbeit wie ein Zahnarzttermin behandeln Möglichst selten hingehen, möglichst wenn man schon da ist und was anderes denken.
00:01:27: Ich sehe Menschen die von der Bitcoin-basierten Frührente träumen, sich bei YouTube Videos reinziehen.
00:01:35: Diese Videos werden oft von Menschen gemacht, von denen man nicht mal ein Gebauchwagen kaufen würde.
00:01:38: Die sitzen in Dubai und sagen dir wie du mit Krypto relativ schnell nie wieder arbeiten musst.
00:01:44: Dann gibt es die Idee von Workation, da arbeiten wo andere Urlaub machen.
00:01:47: Wo ich sagen muss ich mach am liebsten der Urlaub, weil andere Urlaube machen.
00:01:51: Da gibt's die Idee des bedienungslosen Grundeinkommens also Arbeit und Lohn voneinander zu entkoppeln.
00:01:56: Dann gibt es den Traumjob der Influencer und dann gibt es die drei, zwei oder so ein Tage Woche.
00:02:01: Was alle diese Trends gemeinsam haben ist dass das Abkehrbewegungen von der Arbeit sind.
00:02:07: Quite Pitting ist eine psychische Abkehr.
00:02:09: Diese Bitcoin-Sache ist eine monetäre Abkehr, mit dem Grundeinkommen ist eine politische Abwehr.
00:02:15: Workation ist eigentlich der Versuch möglichst viele Kilometer zwischen sich und seine KollegInnen zu bringen also eine soziale Abkehr genau wie das Influenser da sein auch.
00:02:24: Und die Arbeitszeitverkürzung ist eben eine zeitliche Abkehr.
00:02:26: Das sind alles Dinge, die haben mehr oder weniger ihren Grund und ich verstehe das auch aber es sind nur mal alles Abkehrbewegungen.
00:02:32: und das ist das was mir zu denken gibt Denn Reclaim Work heißt nicht zufällig.
00:02:37: Ich denke dieser Raum der Arbeit Der ist ganz wichtig für uns Für unsere Demokratie Für unser Mensch werden auf einer Art und Weise Dass sich eigentlich Arbeit besser machen will statt sie abzuschaffen
00:02:50: Ja und viele Unternehmen investieren ja aktuell einfach auch massiv in KI, in Transformationen, in Effizienz.
00:02:58: Aber du sagst dass das eigentliche Problem ja viel viel tiefer liegt.
00:03:02: Warum verliert denn deiner Meinung nach immer mehr Menschen das Gefühl bei der Arbeit wirklich etwas bewirken zu können?
00:03:10: Also da gibt es viele empirische Gründe dafür ein paar die möchte ich mal herausgreifen.
00:03:16: Das eine ist das Gefühl haben, hey der Quartalsbericht sieht gut aus aber die Welt da draußen brennt.
00:03:22: Also wie sehr erarbeiten wir uns eigentlich eine bessere Welt?
00:03:26: Wie lösen wir relevante Probleme?
00:03:28: oder sind wir nur dabei die Vergangenheit zu verweiten also Produkte auf dem Markt zu schmeißen, die nicht mehr zeitgemäß sind irgendwie eher so ein Zombieunternehmen zu arbeiten.
00:03:37: Das heißt dass es vielleicht ein bisschen diese Purpose Komponente ist und dann können wir nachher noch mal detailiert darüber sprechen.
00:03:46: Viele gerade in der sogenannten Business-Arbeit merken, es geht gar nicht darum die beste Arbeit zu leisten sondern es geht darum die Sichtbarste Arbeit.
00:03:55: Also die Arbeit wo du am meisten in Meetings bist, am meisten nix und winkst, am meiste emojis verteilst im Team Chat also das Arbeit sozusagen sich in so eine Art Take Work oder so eine Schauspielarbeit verwandelt weil das die Währung ist und ich erlebe das mit Unternehmen die ich berate sehr explizit dass sie sagen wir haben hier ein junges Talent Aber die brauchen noch mehr Visibility.
00:04:15: Es wäre Sichtbarkeit das entscheidende Element und auch da hat man dann das Gefühl, dass man eigentlich gar nicht dafür bezahlt wird relevante Probleme zu lösen sondern eher diese Schauspielerei mitzubetreiben.
00:04:26: Das sind zwei denke ich entscheidenden Gründe.
00:04:28: das andere und das kriegen wir aus unserer Arbeit nicht raus ist, dass viele von uns sehr indirekt Probleme lösen also sehr indirkt an Produkten beteiligt sind.
00:04:39: wenn ich jetzt irgendwie Account Managerin im Marketing Bereich bin dann habe ich mit dem Produkt erst mal nicht so viel nähe, wie eine Töpferin die einen Topf macht.
00:04:49: Deswegen sind wir Menschen, die am Wochenende Töpfern gehen um uns zu spüren aber ich hab noch nie von der Töppferin gehört, die im Wochenenden ein Powerpoint-Kurs macht und sich zu erden.
00:04:57: das heißt wir haben auch so'n bisschen so ne Wirtsamkeitsproblematik in einer ausdifferenzierten Wissensökonomie dass wir einfach oft sehr weit weg von eigentlichen Lösungen sind.
00:05:08: Und das führt dann zu einer gewissen Sinnkrise.
00:05:13: Und in deinem Buch ist ja der Begriff Hoffnung, nen zentraler Bestandteil und ich glaube viele verbindenden Hoffnungen immer so auch mit Optimismus irgendwie.
00:05:23: Aber du definierst Hoffnung da ja auch schon ein bisschen anders?
00:05:27: Was verstehst Du denn unter Hoffnung und warum ist sie eher eine Fähigkeit und kein Gefühl?
00:05:33: Ja, ich habe jetzt dreieinhalb Jahre an den Buch geschrieben und mich am Anfang natürlich gefragt weil ich nicht schnell mit KI Bücher raushauen möchte sondern mit
00:05:41: M.I.,
00:05:41: Menschlicher Intelligenz, die schreiben will.
00:05:44: da hab' ich mich schon gefragt wozu möchte ich die nächsten drei Jahre eigentlich verbringen?
00:05:48: Woüber möchte ich nachdenken?
00:05:50: Und ich hab mir einfach gedacht... Ich bin jemand der Hoffnung sucht!
00:05:53: Ich bin auf der Suche nach Hoffnung.
00:05:55: Das ist ein Thema was uns gerade in vielen Ebenen fehlt, in vielen Systemen fehlt und deswegen wollte ich schauen, wo entsteht eigentlich Hoffnung.
00:06:03: Und dann bin ich in die Forschung dazu eingetaucht und habe bestgestellt, Hoffnungen entsteht gar nicht durch die Erwartung, die man durch irgendeinen visionären Lieder bekommt oder ein Messias oder so sondern Hoffnung entsteht durch die Erfahrung von Wirksamkeit.
00:06:18: also ich mache etwas, wo ich weiß das lohnt sich, sich dafür einzusetzen und dadurch entsteht weiter Hoffnung als Nebenprodukt sozusagen.
00:06:29: Ich habe mit Klima-Aktivistinnen gesprochen.
00:06:32: Ich hab sie gefragt, seid ihr OptimistInnen?
00:06:33: Und die haben gesagt nein auf gar keinen Fall!
00:06:35: Wir sehen die Erde brennen aber PessimistInn sind wir eben auch nicht denn das hieß ja dass wir die Hände in den Schoß legen.
00:06:42: hier sind praktisch hoffende und das ist mir ganz wichtig in dem Buch eben das Hoffnung.
00:06:46: was anderes es als Optimismus.
00:06:49: Der Optimist der sagt alles wird gut müsst ihr nichts machen.
00:06:52: im KI Diskurs gibt's das ganz viele im Silicon Valley zum Beispiel.
00:06:55: da stehen Leute auf Bühne und sagen hey Going to be awesome.
00:07:00: Nervt uns nicht mit euren Sorgen, mischt euch da nicht ein.
00:07:02: Das ist Optimismus das eine Gewissheit über die Zukunft.
00:07:06: und hier kleiner Spoiler es gibt keine gewissheit für die Zukunft.
00:07:09: Die Zukunft ist unfertig.
00:07:11: Es gibt dieses arabische Sprichwort Wer die Zukunft vorher sagt der lügt selbst wenn er die Wahrheit sagt hat halt zufällig recht gehabt.
00:07:19: aber eigentlich wissen wir nicht wie die Zukunft wird.
00:07:22: Und dann gibt es Pessimistinnen zum Beispiel im deutschen Führthaus auch zum Thema KI vielleicht die sagen, es wird alles furchtbar.
00:07:29: Die Welt geht unter und nein da kann man nichts dran machen.
00:07:32: Das heißt sie haben auch eine Gewissheit über die Zukunft.
00:07:35: Sie machen uns auch passiv genau wie Optimistinnen.
00:07:38: Und das ist politisch fragwürdig weil die Zukunft ist unfertig.
00:07:41: wir haben sie in unserer Hand.
00:07:42: alle.
00:07:43: mehr oder weniger kommt auf die Privilegien natürlich an.
00:07:45: Wir haben alle einen Einfluss auf die Zukunft.
00:07:48: und das andere ist dass sie sozusagen erkenntnis theoretisch falsch weiß die Zukunft nicht gibt in der Form.
00:07:53: sie ist unferdlich.
00:07:54: wer hofft der weis das.
00:07:56: wer hoft.
00:07:57: Und es haben mir die Klimaaktivistinnen auch gesagt, wer hofft der setzt sich für eine bessere Zukunft ein.
00:08:02: Nicht in den Wissen das sie so sein wird aber in dem Wissen dass es Sinn macht jetzt sich dafür einzusetzen.
00:08:08: also die wissen nicht dass die Geschichte gut ausgeht Aber wir sehen den Sinn im hier und jetzt und das finde ich spannend.
00:08:13: denn wenn Hoffnung sowas praktisches ist ja so sehr einen Handwerk oder eine Fähigkeit ist dann ist es eigentlich genau das was ihr mit guter Arbeit auch verstehen Also relevante Probleme lösen Wirksamkeit verspüren gemeinsam als Menschen darüber zusammen und über uns hinauswachsen.
00:08:30: Und deswegen ist dieser Hoffnungsbegriff so nah an dem Arbeitsbegriff, dass ich mir gedacht habe wenn wir die Arbeit aufgeben dann geben wir auch die Hoffnung auf und das kann es ja nicht sein.
00:08:38: Ja woran merkst du denn lieber Hans ganz persönlich?
00:08:42: Dass Du Hoffnung hast?
00:08:43: gibt es dafür vielleicht einen konkreten Moment oder auch ein Gefühl was Du bei Dir beobachtest?
00:08:49: Ja, also es gibt viel in meiner beraterischen Praxis.
00:08:52: Gerade wenn ich mit Familienunternehmen arbeite zum Beispiel wo sozusagen die Wirksamkeit noch direkter ist.
00:08:57: Ich arbeite mit ein paar Firmen gerade zur Nachfolgefrage das finde ich total spannend.
00:09:02: Mit einem anderen Konzern.
00:09:03: wir haben eine KI Strategie und wir haben jetzt eine ME Strategie entwickelt auf der Basis Also eine Strategie wie wir menschliche Intelligenz aufstärken können.
00:09:10: Zum Beispiel durch wenige Unterbrechungen in der Arbeit.
00:09:13: Das sind so kleine Momente wo ich denke Das sind geile Projekte, das ist toll daran zu arbeiten.
00:09:17: Es ist toll dass Leute wirklich diesen Sehen Dinge besser zu machen und nicht nur schneller zu machen.
00:09:22: zum Beispiel Und da gibt es ein ganz privates Beispiel Da musste ich jetzt in den letzten Tagen sehr dran denken Ich habe meiner fast vierjährigen Tochter Fahrradfahren beigebracht.
00:09:36: Wie funktionieren wir Fahrradfahrern?
00:09:37: Was hab' ich dir die ganze Zeit rübergerufen?
00:09:38: Lenker gerade halten nach vorne gucken und treten.
00:09:41: treten dreht mehr Und das ist eigentlich auch Hoffnung, in Reihenform zu wissen.
00:09:45: Ich stabilisiere mich durch die sinnvolle Bewegung nach vorne.
00:09:50: Wenn ich stehen bleibe und mich umschaue, komme ich ins Schlenkern... Wie heißt es?
00:09:55: Ins Strauchrennern!
00:09:59: Das ist das Wort.
00:10:00: Ins Schlenkkern.
00:10:03: Und ich habe versucht sie nicht unter Druck zu setzen.
00:10:05: Das funktioniert natürlich nicht.
00:10:08: Das macht Spaß, lass uns das gemeinsam probieren.
00:10:10: Wenn ich ihr gesagt habe, hey versuch mal selber anzutreten oder so, dann hat sie... Sie geht ja ganz nach ihrer Mutter und sagt von ihr lasse ich mir gar nichts sagen!
00:10:19: Aber sie hatte Freude daran gehabt und irgendwann hat sie ganz von selbst angefangen das Fahrrad selber zu starten.
00:10:23: Ich musste sie nicht mehr halten.
00:10:25: Lenker gerade halt nach vorne gucken treten treten, treten und ich fand es.
00:10:29: irgendwie muss ich in dem Zusammenhang total in Hoffnung denken weil das ist jetzt eine Tätigkeit.
00:10:34: nach vorn präschen dass uns stabilisiert wie das Fahrrads fahren Das ist Hoffnung eigentlich auch.
00:10:39: Ja, richtig, richtig schöne Geschichte dazu.
00:10:42: Und ich musste so ein bisschen jetzt daran denken dass in den letzten Jahren ja immer unglaublich viel über Purpose gesprochen wurde.
00:10:48: Alle Unternehmen wollten ihren Unternehmenspurpose und den Purpose von den Teams der Rollen usw.
00:10:54: herausfinden und definieren.
00:10:57: und du setzt jetzt quasi einen ganz anderen schwer Punkt.
00:11:00: Du sagst eben halt Hoffnung ist the New Purpose wenn man das so sagen kann.
00:11:04: brauchen denn deiner Meinung nach Unternehmen heute vielleicht weniger Purpose Hoffnung?
00:11:09: Oder ist Purpose überhaupt noch aktuell oder nicht
00:11:11: mehr?".
00:11:13: Ja, sehr spannende Frage.
00:11:13: Also ich muss da ein bisschen zu meiner Vorgeschichte mich outen.
00:11:17: Ich hatte die Purpose-Beratung Brighthouse als erster Mitarbeiter mit aufgebaut eine Tochter der WCG, da mir sehr viel Purpose Themen gemacht.
00:11:25: Dann habe ich zum Thema Purpose promoviert in Sankt Geilen.
00:11:27: Und jetzt habe ich den Lehrauftrag sinnvolle Arbeit und Purpose an der HSG im Sankte Geilen, das heißt ich muss mich immer sehr bremsen wenn es um das Thema geht.
00:11:35: Das war die Jahre die ich mich vor Hoffnung beschäftigt habe mit einem Thema und ja es gibt, ich würde sagen Hoffnung ist Purpose of Bein, Purpose in Bewegung.
00:11:44: Das Purposthema, dass folgt so Trendwählen also Management-Moden.
00:11:48: Mir hat mal jemand gesagt hey is Purpose nicht neuer Wein in alten Schläuchen?
00:11:53: Ich dachte, ja klar ist es das.
00:11:54: Aber das ist auch kein Problem.
00:11:55: Vorher hieß es der Erbarre Kaufmann oder CSA oder soziale Marktwirtschaft.
00:12:00: Es gibt immer diese Ideen Wirtschaft und Gesellschaft sinnvoll zu verbinden.
00:12:06: Und das Purpose Thema, das ist jetzt mehr in den Hintergrund getreten weil keiner die Mode aus der vorletzten Saison besonders abfeiert.
00:12:11: Das ist ganz normal.
00:12:12: Deswegen kriegt das ein anderes Label und so.
00:12:15: Und ich finde Hoffnung in diesen Krisenzeiten Interessanter.
00:12:19: Wir müssen ja bedenken, in welchem Zusammenhang ist Purpose entstanden?
00:12:22: Purpose ist in der Obama-Ära entstanden.
00:12:24: Da gab es unfassbare Eintracht zwischen Wirtschaft und Politik gerade in den USA.
00:12:30: Larry Fink von BlackRock hat diesen Letters to Investors formuliert wo er dieses Purpose Thema sehr breit gemacht hat.
00:12:36: Der ist jetzt politisch ganz anders unterwegs.
00:12:38: Also da haben sich, hat sich der Wind gedreht und es ist Hoffnung etwas was wir in Krisenzeiten brauchen und Purpose vielleicht eher ein bisschen einen schönen Wetterthema
00:12:47: gewesen.
00:12:47: Und eine Sache noch zum Thema Hoffnung.
00:12:49: Also wenn Hoffnung ein Handwerk ist, was praktisch macht so wie Fahrradfahren, dann gehört zu einem Handwerk immer, gehören dazu immer drei Dinge.
00:12:58: Nämlich ein Mindset, ein Toolset und einen Skillset.
00:13:01: also du brauchst die Überzeugung das es sich nur rund Fahrrad fahren zu lernen, dass du da Lust drauf hast.
00:13:06: Das Spaß mach!
00:13:07: Dann brauchst du ein Skillset, also diese Überzeugung ist das Mindset.
00:13:12: Das Skillset ist, ne?
00:13:13: Du musst es langsam lernen und du brauchst gute Schuhe die du dafür benutzen kannst.
00:13:16: Du brauchst einen Sattel etc... Und dann brauchst auch ein Tool Set, also Strukturen, du brauchest ein Fahrrad und du hast Fahrradwege.
00:13:23: ich kann meiner Tochter nicht auf einer Schneelstraße Fahrrad fahren lernen oder im Acker.
00:13:29: Wenn Hoffnung handwerkt ist, dann braucht es immer ein Mindset über Zeugtheiten, ein ToolSet, also Werkzeuge Und ein Skillzett, also Fähigkeiten.
00:13:40: Bei diesem Purpose-Thema sind wir zu sehr nur aufs Mindset gegangen.
00:13:44: Da haben wir gedacht, oh, wir machen jetzt eine Posterkampagne und dann werden die Leute schon von alleine motiviert zur Arbeit hüpfen.
00:13:51: Wenn es aber nur Überzeugtheiten gibt oder keine Möglichkeiten und keine Fähigkeiten, dann ist das einfach Poesie!
00:13:58: Es gibt auch spannende Studien, die zeigen dass wenn du ein Purpose formulierst und keine Maßnahmen darauf folgen lässt, da wär's besser den Mund gehalten zu haben.
00:14:05: Ja, weil das sind Versprechen die du machst und die du nicht halten kannst.
00:14:10: Also dann zerstörst du Wert?
00:14:11: Wenn sich ein Unternehmen überlegt wir wollen Purpose machen weil es damit wieder irgendwie ist auf die Homepage bringen kann können dann sage ich mach das nicht.
00:14:17: Dann redet lieber was anderes.
00:14:20: also weiter eben neben dem Mindset braucht es auch Toolzett und Skillzett.
00:14:23: Es braucht Möglichkeiten und Fähigkeiten Und dass bei der Hoffnung und im Handwerk.
00:14:26: anders ist einfach viel viel praktischer.
00:14:29: Ja, lass uns mal über Produktivität versus Beschäftigung oder Beschäftigkeit reden.
00:14:37: Weil viele Menschen sind ja den ganzen Tag beschäftigt.
00:14:40: wir reden jetzt heute noch viel stärker als früher immer über Performance Culture.
00:14:45: Wir haben die ganze Zeit Meetings, wir bekommen superviele Mails, Slack Nachrichten und das ist ganz fast schon in irgendwie super beschäftigt zu sein und von A nach B zu hetzen.
00:14:57: Aber trotzdem denken ja ganz, ganz viele Menschen wenn sie am Ende des Tages nach Hause gehen dass sie nicht so richtig was geschafft haben.
00:15:04: warum verwechseln wir denn heutzutage auch so Beschäftigung mit Produktivität?
00:15:11: Ja ich glaube tief in uns drin steckt natürlich die Sehnsucht gebraucht zu werden.
00:15:16: Ja, und wenn ich viel nachgefragt bin.
00:15:20: Wenn ich viele E-Mails kriege, viele Meeting-Einladungen dann fühle ich mich weniger alleine und wir wollen als Menschen einfach nicht alleine sein.
00:15:26: Wir wollen... Und Zusammenheit ist uns ein sehr wichtiger Treiber.
00:15:31: Das ist sozusagen die Mindset-Ebene um nochmal in dieser Dreierstruktur zu bleiben.
00:15:35: Dann gibt es aber auch die Toolset-ebene und das finde ich total spannend, wenn ich mit Unternehmen arbeite.
00:15:40: Die meisten, mit denen ich zu tun habe, haben ungefähr der zweiten Hefte der Pandemie angefangen, ihre Kalendertransparenz zu machen.
00:15:48: Das heißt jeder sieht, Volke hat heute einen vollen Tag oder ein Lehrentag.
00:15:52: Diese Struktur, diese strukturelle Umbauern weiß ich nicht ob das so eine gute Idee war.
00:15:56: Das setzt eine ganz große Vertrauenskultur voraus.
00:15:59: Ich habe mit einer Kundin gearbeitet und die hat mir gesagt hier der eine Kollege von mir manchmal hat ja ein ganz leeren Kalender.
00:16:05: Ganz leer!
00:16:06: Ich habe versucht sie zu überzeugen dass solche Tage vielleicht ganz voll an fokussierter Arbeit sind.
00:16:13: Und das ein Kalender, ein Tag wo du siebzehn Meetings hast, eigentlich ganz leer ist.
00:16:19: Nämlich ganz leeren Konzentrationen und dann wirklich gelösten Problemen.
00:16:23: Das heißt dass es eine Toolset Frage.
00:16:25: vielleicht sollten wir ja nicht so ne Hypertransparenz fördern weil da eben diese Anreize gibt sich den Kalender voll zu knallen.
00:16:31: Und Skillset Wir lassen uns viel unterbrechen weil wir sehr schlechter sind diese Unterbrechungen auszufiltern.
00:16:38: also Stichwort Social Media Smartphones das Thema oder auch mal eine ganz verrückte Idee hier unter das Volk zu bringen, ist es in eurer Organisation Liebehörerinnen und Hörer möglich?
00:16:49: In einem Meeting eingeladen zu sein.
00:16:52: Und dort nach vielleicht zehn, fünfzehn Minuten zu sagen hey vielen Dank.
00:16:55: ich glaube ich kann hier nichts beitragen.
00:16:57: gerade macht mal weiter Ich lock mich mal aus erledige ein bisschen Arbeit und wenn ihr mich braucht meldet euch bei mir!
00:17:04: Ich will mich jederzeit wieder ein.
00:17:06: auf der Toolzettebene gar kein Problem technisch supermöglich kulturell die Skills Nicht so sehr da.
00:17:12: Das scheint sehr utopisch zu sein in den meisten Firmen, weil es dafür an psychologischer Sicherheit mangelt.
00:17:17: Es käme ein Gesichtsverlust
00:17:20: gleich
00:17:21: dem Einladenden zu sagen ich bin jetzt erstmal raus und das kostet uns also wirklich im dreistelligen Milliardenbetrag in Deutschland.
00:17:27: Das kann man sehr gut berechnen die Mietenkrise.
00:17:31: Vera Starker hat ausgerechnet dass wir alle vier Minuten unterbrochen werden.
00:17:36: Es braucht aber neun Minuten, um zu einem geordneten Gedankengang zurückzukommen.
00:17:40: Und so viel Mathe kann auch ich, dass das nicht zusammengeht.
00:17:42: Das heißt bei dem Versuch mich wieder zu konzentrieren werde ich schon wieder zweimal unterbrochen und das ist etwas was uns die Hoffnung raubt weil wir dann niemals das Gefühl haben wir können mal so richtig Sachen zu Ende machen.
00:17:53: Das ist ein Riesenproblem.
00:17:55: Kurze Unterbrechung mit einem Hinweis in eigener Sache.
00:17:58: Mit Volke Grigo People and Culture Solutions holst du dir einen erfahrenen Sparing Partner und interim Head of HR ins Haus Projektbasiert oder interimistisch.
00:18:08: Volke unterstützt dich bei Vakanzüberbrückungen, beim Aufbau moderner People and Culture Strukturen in Phasen von Restrukturierung und fairer Trennungskultur inklusive Outplacement sowie Organisationsentwicklung die deine People Arbeit wirklich
00:18:22: leichter machen.
00:18:22: Wenn
00:18:23: du gerade an deinem People-Bereich arbeitest und deinen Partner auf Augenhöhe suchst melde dich gern!
00:18:29: Und jetzt geht es weiter mit Inside People & Culture Total und wir müssen natürlich heute auch irgendwie so ein bisschen mal über KI sprechen.
00:18:38: Wir wollen das Thema nicht mehr überstrapazieren, aber es ist ja sehr sehr omnipräsent.
00:18:42: alle reden darüber wie KI unsere Arbeit verändert.
00:18:46: Aber mich würde interessieren was passiert denn mit Menschen wenn KI immer mehr Entscheidungen übernimmt?
00:18:52: Und vor allen Dingen auch mit Führungskräften?
00:18:54: weil wenn ich jetzt als Führungskraft auf einmal Agents führe und von den Ergebnissen von KI Agents dann vielleicht auch mal etwas falsch Was macht das denn mit meiner Fehlerkultur oder eben halt auch der Verantwortung, die ich übernehmen muss?
00:19:08: Ja.
00:19:08: Das ist ein mega spannendes Thema zu dem ich sehr viel forsche.
00:19:12: Ich bin gerade Visiting Fellow an den ESMT in Berlin, grade zum Thema KI und Organizational Transformation Und hatte bisschen Hoffnung heute mal etwas weniger, weil KI reden zu müssen Aber wir werden es auf jeden Fall ein bisschen abgestücken, weil es natürlich das relevante Thema ist In der Arbeitswelt.
00:19:27: Was macht dass mit Menschen?
00:19:28: Es gibt eigentlich so eine Weggabelung vor der wir stehen.
00:19:31: Wir könnten entweder durch die Entdeckung von KI ein tieferes Gefühl für unsere MI gewinnen, für unsere menschliche Intelligenz.
00:19:39: Also die Führungskraft, die Arbeit an Agenten outsourcen kann, kann sich fragen hey dieser gewonnene Platz was mache ich denn damit?
00:19:47: Wir haben bei uns an der HSG fünfzig Intelligenzwormen identifiziert, die nicht stochastischer Natur sind, die also nicht der KI eigen sind so etwas wie interpersonelle Intelligenze, sich in andere reinfühlen Intrapersonelle Intelligenz, sich in mich selbst hineinfühlen.
00:20:02: Wo stehe ich gerade?
00:20:04: Stelle ich die richtigen Fragen wenn KI die Antwort ist.
00:20:06: was eigentlich unsere Frage gewesen.
00:20:08: Zeitintelligenz ja wie gehe ich mit mit Fokus um und mit Mit Ablenkungen, ästhetische Intelligenzen, narrative Intelligenze.
00:20:14: Es gibt genug zu tun für Führungskräfte Und es gibt Sachen zu tun die vielleicht nicht so rein stochastischer Natur sind.
00:20:21: Deswegen kann man sich darauf konzentrieren Wenn Maschinen bessere Maschine werden könnten Führungskräfte bessere Menschen werden oder alle Menschen bessere, Menschen werden.
00:20:30: Ich glaube da ist noch Luft nach oben und das ist eigentlich ein Geschenk der KI.
00:20:34: Das ist die eine Weggabelung.
00:20:36: Und die andere Weggabelung ist dass wir in so einer Art Effizienzfalle rutschen und dass sie einfach sagen dann brauchen wir die Leute nicht mehr.
00:20:42: Dann können wir Personal einsparen, dann machen wir alles schneller.
00:20:46: Wir haben auch gar nicht mehr Zeit zu kontrollieren was KI uns eigentlich produziert hat.
00:20:50: und es ist dann so on Hyperspeed.
00:20:52: Da kann ich aus einer holzwirtschaftlichen Perspektive sagen das ist sehr riskant.
00:20:56: Wir sehen das zum Beispiel historisch an der Einführung von Geldautomaten.
00:21:00: Es war ja auch eine Automatisierungstechnologie im Banking, in den Siebzigern und Achtziger fing es an... Und die Einführungen der Geldautomaten hat keine einzigen Bank ein Bettbewerbsvorteil verpasst.
00:21:11: Keine einzigen bank!
00:21:12: Was klar ist, weil alle Banken Geldautommaten eingeführt haben.
00:21:16: Das sehen wir jetzt mit LLMs, weil es gibt nur vier oder fünf relevante LLM's, die benutzt werden.
00:21:21: Wenn wir das alleine nutzen sozusagen ME draufpacken, menschliche Intelligenz auch aufladen.
00:21:29: Dann schaffen wir ein neues Markt normal.
00:21:31: aber in diesem neuen Markt normal sind die anderen Konkurrenten dann auch als wäre blöd nicht KI zu benutzen?
00:21:36: Aber es ist genauso blöd nur KI zu nutzen weil du gewinnst dadurch nichts wenn du etwas machst was deine Konkurrenzen alle auch machen und das finde ich ein sozusagen volkswirtschaftliches Risiko.
00:21:46: Ich möchte da eine kleine Anekdote erzählen die mir passiert.
00:21:52: CEO eines Chemie-Konzerns, mit dem arbeite ich sehr eng zusammen und ich finde ihn ein großartigen CEO wirklich.
00:22:00: Und er hat mir erzählt dass er seinem Executive Assistant gezeigt hat wie man mit Agenten Termine plant und hat mir ganz begeistert erzählt das dieser Executive Assistant jetzt sechzig bis siebzig Prozent weniger Arbeit hat.
00:22:18: ja und dann habe ich ihn gefragt und was hast du als nächstes gemacht?
00:22:23: Was war die Konsequenz davon?
00:22:25: Ja, und er meinte ich habe dann dem gezeigt wie er die Agenten bedient.
00:22:28: Ich hab ihm die Agentin übertragen damit er sozusagen der Herr über die Agent in ist.
00:22:33: Ich habe ihn abgeskillt.
00:22:35: Ich weiß es gibt für den genug zu tun schwierige Aufsichtsrats-Meetings koordinial ja viel politische Sachen auch im Bereich Executive Assistance natürlich.
00:22:45: aber ich fand das so spannend weil er hat genau das Richtige gemacht.
00:22:49: Ich mach den jetzt nicht auf einer Halbtagsstelle oder so.
00:22:52: Ich weiß es gibt da noch viel mehr, viel menschlicher Relevantes zu tun und vor allem gebe ich dieser Person die Fähigkeiten mit den Agenten umzugehen und lade sozusagen ihr Berufsprofil sein Berufsprofil auf.
00:23:03: Und das finde ich großartiger Case wie man sinnvoll mit KI umgeht und nicht in diese Effizienzfalle rutscht.
00:23:09: Ja definitiv und ich muss ganz ehrlich sagen ich beobachte das auch dass da gerade sehr, Trittbrettfraherein nenne ich es jetzt mal mit dabei ist, weil KI eben auch gerade ein Thema ist was so sehr gehypt ist.
00:23:20: Werden viele Menschen einfach schon jetzt auch gekündigt oder herausgenommen aus ihren Jobs obwohl noch gar nicht fertig automatisiert und noch gar nie fertig geklärt ist wie diese Jobs dann zukünftig aussehen sollen bzw.
00:23:34: wie konkret die KI auch die Inhalte der Jobs übernehmen kann.
00:23:39: Und die Menschen sind dann schon weg und auf einmal fragt man sich wer soll denn überhaupt jetzt die Prozesse irgendwo digitalisieren oder eben halt auch die KI lernen lassen.
00:23:50: Und da merken Unternehmen immer wieder sehr, sehr schnell dass sie vielleicht ein bisschen zu früh waren damit ich glaube.
00:23:58: Dass auch das ganze Thema was du gerade angesprochen hast die menschlichen Fähigkeiten mit der KI viel viel wichtiger werden.
00:24:07: also zum Beispiel Kreativität, zum Beispiel Konfliktfähigkeit.
00:24:12: Zum Beispiel aber auch das Validieren von Daten und Informationen dass eigentlich etwas ist was jetzt viel mehr trainiert werden muss.
00:24:22: Und wenn du dir anschaust, welche Future Skills auch wichtig sind einfach dann sind das ja sehr wenig.
00:24:28: Einfach irgendwelche Hard Skills sondern das sind super viele Soft Skills die da jetzt einfach auch wichtig werden in der Zukunft.
00:24:36: gibt es denn deiner Meinung nach irgendwo menschliche Fähigkeiten wo du sagst durch KI Werden die noch viel viel wertvoller?
00:24:44: Ganz viele Ja ganz viele.
00:24:46: also Vielleicht noch kurz zu diesem Punkt mit dem schnell heiern und schnell raus schmalte, also schnell KI heiern.
00:24:53: Und schnell rausschmeißen von Menschen.
00:24:55: Ende Juni gab's ja den Fall von fort dass sie wieder Ingenieure zurückgeheiert haben weil Sie gemerkt haben es entstehen viel zu viele hallucination durch KI.
00:25:04: Also da gibt es vielleicht sogar eine Lernkurve das ist bestimmte Sachen gibt die die durchaus eben der menschlichen Intelligenz eigen sind.
00:25:11: um jetzt auf deine Frage zu kommen Es gibt viel inklusives Wissen in der Arbeit, was wir gar nicht automatisieren können.
00:25:16: Weil das ist gar nicht codifiziert, das kann ich auch geschrieben werden.
00:25:19: Wir lernen das eben körperlich durch das dabei sein.
00:25:22: Zum Beispiel bestimmte Quality-Checks.
00:25:24: Das war bei Fortan das Thema, dass man gemerkt hat, es können wir gar nichts automatisierend, weil das gar nicht in Daten gepackt ist.
00:25:29: Ist das in Erfahrungswissen gepacket?
00:25:32: Was sind Fähigkeiten die es zukünftig braucht?
00:25:34: Ich hatte vor einer Woche mit ner... ... der achtzehnjährigen Journalismus-Praktikantin gesprochen, die mich interviewt hat und sie meinte... ..."Was würdest du mir empfehlen, Hans?
00:25:43: Was soll ich
00:25:43: machen?".
00:25:44: Ich beneide Berufseinsteiger nicht jetzt in diesen Zeiten den Berufseinstieg zu machen.
00:25:49: Das sage ich ganz ehrlich!
00:25:50: Ich habe an der HSG den Kurs im Masterprogramm, der für die meisten der letzte Kurs ist,... ...im Studium der Letzte vor dem Beginn ihrer Karriere.
00:25:58: Es sind schwierige Zeit aber es gibt eine Sache da kann ich wirklich meine Hand ins Feuer füllen, dass das superrelevant wird und eigentlich auch schon immer war Und zwar geht es darum, das zu machen, wofür du wirklich eine tiefe Leidenschaft hast.
00:26:12: Ich sage mir, dass ist mein persönliches Mantra bei Kinos und Workshops in der Lehre Wenn Du etwas gerne machst, wirst Du es gutmachen.
00:26:21: Es ist relativ unwahrscheinlich etwas gerne zu machen und daran schlecht zu sein.
00:26:26: Also... Mein Kleingärtnern gehört vielleicht dazu.
00:26:29: Ja ich bin ein unbegabter aber passionierter Gärtner Aber sonst ist es relativ unwerscheinlich.
00:26:34: Wenn du Sachen gerne machst, wirst du darin besser sein und du wirst dich auch immer challenging.
00:26:38: Und Du wirst immer up to date sein.
00:26:41: ja auf der anderen Seite wenn du etwas gut machst dann steigt das auch die Lust daran ist noch gerne zu machen, noch lieber zu machen.
00:26:48: Es ist genauso unvorstellbar sich jemand vorzustellen der Exzellent in einer Sache ist und sie nicht mag.
00:26:53: das ist auch relativ unwahrscheinlich.
00:26:56: also wenn du etwas gerne machst wirst du darin gut sein.
00:26:58: es ist vor zehn jahren haben wir Uni-Absolventen gesagt Sie sollen Code lernen, sie sollen programmieren lernen.
00:27:04: ja?
00:27:05: Haben wir Philosophie Absolventen sagt Lern mal lieber programmieren.
00:27:09: In diesem Sommer wurden im Silicon Valley von den großen KI Konzernen mehr Philosophen geheiert als Programmierer.
00:27:15: Die Arbeitslosigkeit unter Philosophie-Absolventen in den USA ist geringer, die ist bei fünf Komma noch was als die Arbeitsloskeit unter IT-Land.
00:27:25: Das heißt da hat sich etwas verändert.
00:27:27: es geht darum mehr relevante Fragen zu stellen, sich zu überlegen mit welchen Überzeugungen füttern wir die KI eigentlich?
00:27:34: Wie gehen wir mit ethischen Dilemmate um?
00:27:35: Wir leben an einer hoch philosophischen Zeit und deswegen ist das nicht gut als Sozialwissenschaftlerin oder Geisteswissenschaftler So eine Art Selbstmord aus der Angst vorm Tod zu gehen und ein mittelmäßiger IT-Lad zu werden, weil die das ja nicht gerne machen.
00:27:49: Die machen das aus Angst.
00:27:51: Angst ist kein guter Motivator.
00:27:52: Am besten ist es wenn du eine Sache findest für die du eine große Leidenschaft hast.
00:27:56: Und wenn du die dann wächst, dann wirst du darin Exzellenz sein.
00:28:00: und dann gibt es selbst für passionierte Übersetzerinnen zum Beispiel oder Grafikdesigner um also typische KI bedrohten Jobs zu nennen.
00:28:07: Eine Zukunft!
00:28:08: Denn für Exzellenz wird es immer eine Zukunft geben.
00:28:10: Für Mittelmaß leider nicht so sehr.
00:28:12: Deswegen heute mehr denn je schaut, was eure Leidenschaft ist.
00:28:17: Leidenschaft auf der einen Seite aber auch so dieses müssen und wollen, das fällt mir da gerade ganz stark ein.
00:28:23: Und da habe ich neulich mit Tina Roseba drüber gesprochen und die sagte wenn du Französisch lernen musst weil dein Arbeitgeber ist dir sagt dass es für den Job nötig ist dann würdest du dich wahrscheinlich eher damit schwer tun und Probleme haben es zu lernen.
00:28:38: Aber wenn Du eine Person in Frankreich in Paris kennenlernst und tierisch verliebt bist und aus diesem Grund Französische Lernen willst Dann fällt es Dir wahrscheinlich ich viel, viel leichter als wenn es dir vorgeschrieben wird und du das machen musst.
00:28:51: Ja,
00:28:52: aber lass uns vielleicht nochmal kurz über Performance sprechen denn dieses Performance Thema ist ja gerade wirklich ein Thema was überall ist und mich würde da interessieren ob Leistung überhaupt entstehen kann?
00:29:07: Wenn die Menschen überhaupt keine Zukunft mehr sehen, was brauchen den Menschen statt dessen damit sie eben halt auch wieder gut leisten können.
00:29:16: Ja, es ist stimmt dass wir momentan in so einer Angststache sind.
00:29:20: Also nicht alle aber viele Unternehmen sind verängstigt und es gibt sogar manche Führungskräfte die glauben das man mit Angst mehr Leistungen hervorrufen kann.
00:29:28: dazu gibt es empirisch keine Basis dass er so ist.
00:29:31: ja denn wenn ich Angst habe dann was sich vorhin angesprochen hat steigert sich noch mehr diese performative Arbeit dieses Schauspielarbeit.
00:29:38: Dann gehe ich nochmal extra mehr ein Meetings weil ich mich nicht verdächtig machen möchte Das ist ganz schön heikel.
00:29:43: dann gibt es sozusagen nicht nur eine Krise sondern auch eine Krise der Krisenbewältigung, weil man vor lauter Schauspielarbeit dann gar nicht mehr wirklich dieses Unternehmen wieder auf die gerade Spur kriegt.
00:29:52: Das heißt Angst ist definitiv kein guter Performance-Treiber.
00:29:57: Also zu Performance und Leistungskulturen lässt sich sehr viel sagen – ich mache dazu sehr viele Trainings, die dauern meistens zwei bis drei Tage, deswegen falls wir schwer jetzt einen Satz zu sagen aber eine Sache, die ganz entscheidend ist, dass Leistung ein soziales Ergebnis ist dass es nicht ein Einzelergebnis ist.
00:30:14: Wenn du elf Cristiano Ronaldo's in einen Team packst, wird das kein gutes Fußballteam sein.
00:30:18: Ich glaube selbst bei zwei Cristiano Ronaldos hätten wir schon ein Problem um ehrlich zu sein und so ist das in der Arbeitswelt auch.
00:30:25: also wir brauchen Menschen die sozusagen Output generieren sagen wir im Patrieb einfach Aufträge an Land bringen und dann brauchen wie auch Menschen diese ein bisschen hinter den Aufräumen die für eine soziale Koalition sorgen, soziale Performance.
00:30:39: Es gibt dazu eine spannende Forschung und die hat gar nichts mit Arbeitswelten zu tun.
00:30:43: Die hat was mit Hühnern zu tun.
00:30:45: von William Muir, das ist ein Evolutionsbiologe, der sich nämlich auch mit Leistungen beschäftigt.
00:30:51: und er hat sich gefragt wie kann ich Hühler dazu bringen dass sie möglichst viele Eier legen?
00:30:55: Und was er gemacht hat ist, er hat zwei Hühnersstelle aufgebaut und in einen Hühnerstall hatte er Hühne reingetan.
00:31:03: Aufgefallen sind als Hühner, die alleine alle sehr viel Eier legen.
00:31:07: Also alles Einzelperformer, Top-Performa.
00:31:09: Die hat dann einen Hühnerstall gepackt und in den anderen Hühnersstall hatte er als Kontrollgruppe Hühler reingelegt, die alle so absolut mittelmäßig waren also absolut mittellmäßige Eierleger.
00:31:19: Gegen Sonntags ein Ei und manchmal auch mal zwei wie man so schön sagt.
00:31:24: So dann hat der Zweigeneration gewartet und diese Hühenerstelle beobachtet und geguckt was passiert ist.
00:31:29: Was würdest du sagen, welcher Hühnerstall?
00:31:31: Er hat nach zwei Hühnern Generationen.
00:31:32: Also wir sprechen hier von drei vier Jahren je nach Hühnar-Art mehr Eier gelegt.
00:31:41: was würdest Du sagen?
00:31:42: die High Performer Hühne oder die mittelmäßigen
00:31:45: Hühnen?
00:31:45: Wahrscheinlich die Mittelmäßigen würde ich sagen
00:31:47: Rekt genau die mittemäßigen Hüner dem im Prinzip so viel Eier gelegt wie sie vorher auch gelegt haben.
00:31:52: Die High Performa Hühna waren zum größten Teil Tod und die überlebt hatten kaum noch Federn ... und konnten sich vor allem nicht mehr um Eier legen kümmern.
00:32:01: Und das zeigt eigentlich ganz schön, selbst bei Hühnern stimmt das schon... Es geht nicht nur um die sozusagen den Raw Output sondern es geht immer auch um die soziale Performance.
00:32:10: Deswegen habe ich so einen Ex-and-Fevers Modell nenne ich das also wo es um Eiern legen geht aber auch wie gut ist das soziale Gefieder wenn man so will?
00:32:18: Nach dieser Unterscheidung kann man sich Teams zusammenstellen die eben.. Nicht nur auf aggressive Einzelperformance gehen Sondern eben auch auf soziale Performen.
00:32:28: Heute morgen noch mit einem Hotelbetreiber gesprochen, die hatten eine Zeit lang ein Soul Manager.
00:32:32: Das war ein Manager der einfach nur dabbelt zuständig war das alle sich gut gefiedert fühlen, dass keiner in irgendwie Einzelgefechte ausartet.
00:32:41: Das ist total wichtig und das müssen wir mehr im Blick haben.
00:32:46: und hier Stichwort Toolset, das ist ja auch ne Frage wie man das incentiviert.
00:32:50: also wenn du Abo-Out Systeme hast, Forced Ranking Systeme hat oder nur Einzelboni hast Dann hast du auf jeden Fall diese zerfledderten Hühner nach einer Weile.
00:33:01: Wenn du Teambonie hast, andere Feedback-Systeme mit dreiundigzig Grad
00:33:04: etc.,
00:33:05: dann schaffst du es mehr in diese wohl gefiederte Ecke zu kommen.
00:33:09: also das ist durchaus auch ein Steuerungsthema.
00:33:13: Richtig, richtig cool.
00:33:14: Aber ein Thema bevor wir zum Ende kommen möchte ich noch ansprechen weil mir das total wichtig ist denn ein Gedanke aus deinem Buch isst dass du auch Arbeit mit Demokratie fahr bindest und das ist ja was was man sehr selten hört auf der einen Seite.
00:33:28: auf der anderen Seite ist ja Demokratie so richtig wie noch nie heute zu Tage.
00:33:34: Aber warum sind dann Unternehmen aus deiner Sicht auch Orte an den Demokratie gelernt oder vielleicht sogar verlernt wird?
00:33:42: und welche Verantwortung haben Führungskräfte in dem Zuge?
00:33:46: Das ist ein Thema, was mir total wichtig ist weil die Demokratie am Herzen liegt.
00:33:50: es gibt immer weniger davon.
00:33:54: Sechs Prozent der globalen Bevölkerung leben in funktionierenden Demokratien.
00:33:57: das ist irre wenig.
00:33:59: Warum ist die Arbeitswelt so wichtig?
00:34:01: Naja, weil wir ein Drittel unserer Wachenzeit dort verbringen.
00:34:04: Und politikwissenschaftlich betrachtet sind die meisten Unternehmen eher Autokratien.
00:34:09: und wenn man sich anschaut... Deswegen auch diese Idee vom Reclaim Work, dass sie die Arbeits Welt eben dafür aus sensibel machen.
00:34:17: Wenn man sich anschaut wie wirksam die Arbeitsrate auf uns ist oder unsere Demokratieverständnis dann schlackern einem die Ohren.
00:34:25: also zum Beispiel hat eine Führungskraft viel mehr Einfluss auf die psychische Gesundheit eines Menschen, als es ein Psychotherapeut jemals haben wird.
00:34:35: Die Räumen hinter Führungskräften auch!
00:34:37: Das ist so... das ist die Wahrheit.
00:34:39: Wir erleben Macht in unserer Demokratie direkt und ungefiltert eigentlich nur durch unsere Vorgesetzten.
00:34:45: Wenn du kein motorischer Falschparker bist oder andere Sachen machst, dann erlädst du staatliche Macht eigentlich kaum außer durch das Finanzamt vielleicht.
00:34:54: Es gibt also machtes die ganz entscheidende Erfahrung, die wir in der Arbeit sammeln.
00:34:59: Die Arbeit ist auch der einzige Ort wo wir noch mit Menschen zusammenkommen auf die wir tendenziell keinen Bock haben.
00:35:04: Also wenn man mal ehrlich ist.
00:35:07: Wo wir uns manchmal denken... Mit denen soll ich jetzt das hinbekommen?
00:35:10: In a happy birthday so.
00:35:11: Aber das ist wichtig für eine Gesellschaft!
00:35:13: Das ist der Kit unserer Gesellschaft dass wir über unsere Unterschiedlichkeiten hinauswachsen.
00:35:18: und wenn die alle sozusagen lauter kleine Volkes wären in deinem Team dann würde keine Wertschöpfung entstehen weil ihr ja viel zu selbstähnlich seid.
00:35:26: Das heißt, die Unterschiedlichkeit, die Machterfahrung.
00:35:30: Die psychische Sicherheit.
00:35:32: Der erste Job prägt dich mehr als das Erste Kind zeigt eine andere Studie.
00:35:36: Diese krasse Wirksamkeit von Arbeit kriegen wir nicht weg aus der Arbeit.
00:35:41: Dafür ist sie zu wichtig für uns.
00:35:43: aber wir sollten diese Software updaten.
00:35:45: Wir sollten gucken dass da die richtigen Prägungen entstehen und das ist im Prinzip in einer Nutshell genau das worum es mir Engry claimwork geht.
00:35:55: Ich habe jetzt noch fünf Halbsätze lieber Hans vorbereitet, die ich bitten würde ganz spontan zu vervollständigen.
00:36:01: Wir starten direkt rein und der erste Halbsatz wäre Arbeit macht Menschen stark wenn.
00:36:08: Arbeit macht menschen stark wenn sie das Gefühl haben einem großen Ziel hinterherzusein und dass in ihrem Alltag auch mit Wertschätzung verbinden.
00:36:21: Hoffnung entsteht sobald
00:36:25: Sobald wir uns an die Arbeit machen, sobald wie ein relevantes Problem erkennen und als gemeinsam dran setzen.
00:36:31: AI wird gefährlich werden?
00:36:34: Wir vergessen dass es auch eine ME gibt, die durchaus ausbaubar ist.
00:36:42: Die Führung beginnt mit?
00:36:44: Guter Selbstführung wissen wo meine Grenzen sind, wissen wo ich mit meinen Werten stehe.
00:36:49: Ich muss meine eigene Welt klären damit ich der anderen Welt überhaupt zuhören kann, damit sie mich nicht überschalt die ganze Zeit.
00:36:55: Und der letzte Halbsatz, wenn ich CEOs heute nur einen Satz mitgeben durfte.
00:37:06: Also das naheliegendste nicht nur für CEOs ist Meetingkulturen überdenken.
00:37:10: ja macht mal Kategorien.
00:37:11: wie unterscheidet ihr Meetings?
00:37:13: Meetings sind sowieso Europaletten.
00:37:14: die sind immer gleich groß und immer unvorbereitet immer zu viele Menschen drin.
00:37:19: eine klare disziplinierte Meetingkultur ist die am tiefsten hängende Frucht die es zu ernten gibt in deutschen Unternehmen.
00:37:29: Okay, du hast es geschafft mit den Halbsätzen.
00:37:32: Lieber Hans und jetzt darfst Du das wissen.
00:37:35: alle treuen Zuhörerinnen vom Podcast schon?
00:37:37: Das Mikrofon an jemanden weitergeben?
00:37:39: wer sollte denn hier als nächstes bei Insight People in Calcha zu Gast sein?
00:37:44: Ich würde bei Inside people in calcha sehr gerne Nicole Beste-Vokmar hören.
00:37:48: sie ist vereinbarkeitsaktivistin.
00:37:51: ich bin mit ihrem Bundesverband für Vereinbarkeit aktiv.
00:37:53: Sie ist voller Engagement Für die Frage wie man Kehrarbeit mit Lohnarbeit sinnvoll verbinden kann.
00:37:59: Es ist jetzt eine spannende Zeit, weil wir auf einmal Kehrarbeit auch gegenüber unserer Elterngeneration sehr stark machen müssen.
00:38:06: Die Boomer gehen gerade kräftig in Rente.
00:38:09: Kehrarbeit ist nicht nur was für Eltern sondern auch für Kinder.
00:38:12: Kinder sind wir alle und das ist ein biologischer Fakt.
00:38:15: Das heißt es gibt da viel zu tun und dass ist jetzt der Zeitpunkt darüber zu reden damit wir Lohnarbeit und Kehr Arbeit miteinander verbinden.
00:38:22: Eine Sache die mir Nicole gesagt hat, die finde ich so krass Wenn wir Arbeitsmodelle flexibler gestalten, dann könnten wir über dreihunderttausend neue Jobs.
00:38:30: FTI's in Deutschland schaffen atmen Lebensläufe.
00:38:34: das heißt die Vereinbarkeitssache und es wird Nicole euch super erklären dass ist nicht ein nice to have.
00:38:38: Das ist ein hardcore ökonomischer Fakt unsere Voltswirtschaft auch wieder in Gang zu bringen und da hätte ich super Lust drauf wenn sie zu euch kommen würde.
00:38:46: Ja sehr gute Empfehlung.
00:38:48: viel Dank dafür.
00:38:49: ich gehe definitiv auf Nicole zu sobald diese Folge veröffentlicht wurde.
00:38:54: Hans Vielen, vielen Dank.
00:38:55: Das hat super viel Spaß gemacht!
00:38:57: Ich glaube die Folge hat sehr gut gezeigt dass ja die Zukunft der Arbeit nicht nur eine technologische Frage irgendwo ist sondern vor allen Dingen auch eine menschliche Frage.
00:39:06: Vielen Dank, dass du heute mit dabei warst.
00:39:08: War mir eine Freude wie immer wenn ich mit dir rede Volker, das war großartig.
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